Zahlwörter – Substantivierung
Grundzahlen als Substantive ( – / -er)
Allgemeines zum Variantenphänomen
Grundzahlen, auch Kardinalzahlen genannt, sind Zahlwörter wie eins, zwei, neunzehn usw. Wenn Grundzahlen als Substantive verwendet werden, so kann dies ohne Veränderung der Wortform geschehen, z. B. eins → die Eins. Bei dieser sogenannten Nullableitung oder Konversion zeigt lediglich der vorangestellte Artikel die Wortartenänderung an. Das auf diese Weise gebildete Substantiv ist dabei stets ein Femininum.
Grundzahlen können aber auch durch das Anfügen der Endung -er zu Substantiven werden, z. B. eins → der Einser. Auch hier ist das Genus vorhersagbar, da die Ableitung der Regel folgt, dass die Endung -er Maskulina bildet.
Areale Variation
Frequenzangaben
| Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals. | |
| sporadisch | 4% und weniger |
| kommt (selten) vor | 5%–20% |
| gebräuchlich | 21%–50% |
| üblich / mehrheitlich | 51%–95% |
| (fast) ausnahmslos | 96%–100% |
| * | unter Schwellenwert (absolute Belegzahl) |
Arealkürzel
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
Die substantivierten Grundzahlen Eins / Einser, Zwei / Zweier, Drei / Dreier, Vier / Vierer, Fünf / Fünfer und Sechs / Sechser werden in bestimmten Verwendungsweisen, nämlich zur Bezeichnung von Schulnoten (eine Eins / einen Einser im Zeugnis haben), von Augenzahlen auf dem Würfel (eine Drei / einen Dreier würfeln) und von Ziffern bei der Nennung von Zahlen (die Kaufsumme beginnt mit einer Vier / einem Vierer) ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander verwendet. Welche Variante jeweils häufiger im Gebrauch ist, hängt vom Sprachareal ab.
So werden in D-nord, D-mitte, BELG* und LUX* fast ausnahmslos die Varianten ohne -er verwendet: [U]nd auch wenn er keine Noten lesen konnte, hatte er in Musik immer eine Eins. (Rheinische Post). In D-süd und CH sind diese Varianten mehrheitlich in Verwendung, daneben sind in CH aber auch Formen auf -er gebräuchlich und sie kommen, wenngleich etwas seltener, auch in D-süd vor.
In A treten wiederum mehrheitlich die Varianten auf -er auf: Nur wer Einser und Zweier in Deutsch, Lesen und Mathematik im Zeugnis stehen hat, wird im Gymnasium aufgenommen. (Kronen Zeitung, Steiermark und Kärnten). Die entsprechenden femininen Formen kommen in A auch vor, in A-ost und A-südost aber eher selten.
Beispielbelege
- Feminine Form
- Dabei sind es keine klassischen Briefmarken mit einem Motiv auf der Ansichtsseite, sondern vielmehr steht eine große graue Drei auf weißem Grund. (Thüringer Allgemeine).
- Für den Austragungsort wurde 26 Mal die Note Eins vergeben, gefolgt von zehn Zweien und einer Vier. (Märkische Online Zeitung).
- Ein Banknachbar schreibt im Mathe-Test von einem selbst ab, beide werden ertappt und bekommen eine Fünf. (Thüringer Allgemeine).
- Hier kann er es gar nicht abwarten, eine Sechs zu würfeln und andere rauszuschmeißen. (Nordkurier).
- 30,23 Prozent geben eine Drei, 13,95 Prozent eine Vier. 9,3 Prozent geben der Gemeindeverwaltung allerdings eine Fünf. Insgesamt ergibt sich aus diesen Wertungen eine 2,81. (Neue Osnabrücker Zeitung).
- Maskuline Form auf -er
- Ob die genannte Kaufsumme mit einem Zweier, einem Dreier oder gar einem Vierer beginnt, scheint den Konsumenten nicht zu kümmern. (Der Standard).
- Auch am 7. November haben Besucher abermals die Möglichkeit, im Rahmen eines Würfelsonntags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr einen Sechser zu würfeln und damit einen kostenlosen Eintritt in die Ausstellung zu gewinnen. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten).
- Sie hat die 1. HAK mit einem Vierer in Deutsch abgeschlossen und möchte sich auf jeden Fall verbessern. (Oberösterreichische Nachrichten).
- Wenn ein Schüler in naturwissenschaftlichen Fächern nur Vierer und Fünfer habe, in Sprachen und Musik aber Einser und Zweier, dann heißt das nicht, dass er ein schlechter Schüler ist. (Augsburger Allgemeine).
- Die Besuchermarke mit dem Dreier vorne wurde am vergangenen Wochenende überschritten. (Oberösterreichische Nachrichten).
Karten
Frequenztabelle
| Arealkürzel |
|---|
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
| Spezielle Markierungen und Abkürzungen |
|---|
Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier. |
| Korpus und Quellen |
|---|
|
Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier. |
| Rundungsdifferenzen |
|---|
| Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%. |
| Areal | Feminine Form | Maskuline Form auf -er |
|---|---|---|
| A-ost | 8% | 92% |
| A-südost | 9% | 91% |
| A-mitte | 15% | 85% |
| A-west | 19% | 81% |
| STIR | 50% (u.S.) | 50% (u.S.) |
| CH | 58% | 42% |
| D-südost | 81% | 19% |
| D-südwest | 85% | 15% |
| D-mittelost | 96% | 4% |
| D-nordwest | 97% | 3% |
| D-mittelwest | 98% | 2% |
| D-nordost | 98% | 2% |
| BELG | 100% (u.S.) | 0% |
| LUX | 100% (u.S.) | 0% |
| LIE | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
Grundzahl / Ordnungszahl als Substantiv
Allgemeines zum Variantenphänomen
Ordnungszahlen, auch Ordinalzahlen genannt, sind Zahlwörter wie zweiter, dritter, fünfzigster. Ordnungszahlen können ohne Veränderung der Wortform als Substantive verwendet werden. Bei dieser sogenannten Nullableitung oder Konversion zeigt lediglich der vorangestellte Artikel die Wortartenänderung an (z. B. zweite → der Zweite, fünfzigste → der Fünfzigste). Die so gebildeten Substantive werden u. a. zur Bezeichnung von Geburtstagen verwendet: Österreichweit haben 1198 Menschen den Hunderter hinter sich. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten). In derselben Bedeutung kommen daneben aber auch substantivierte Grundzahlen auf -er vor: Das 500-Franken-Geschenk, das es früher zum Hundertsten gab, wurde ebenfalls gestrichen. (Berner Zeitung).
Areale Variation
Frequenzangaben
| Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals. | |
| sporadisch | 4% und weniger |
| kommt (selten) vor | 5%–20% |
| gebräuchlich | 21%–50% |
| üblich / mehrheitlich | 51%–95% |
| (fast) ausnahmslos | 96%–100% |
| * | unter Schwellenwert (absolute Belegzahl) |
Arealkürzel
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
Der Gebrauch von substantivierten Grundzahlen und Ordnungszahlen zur Bezeichnung von Geburtstagen ist areal unterschiedlich. In A-südost, A-mitte und A-west* werden mehrheitlich Grundzahlen auf -er verwendet: Hofer, der am 25. April seinen Sechziger feiert, hofft jedenfalls auf viel Publikum […]. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten). In D-süd und D-mittelwest kommen diese ebenfalls vor, allerdings nur selten; hier werden mehrheitlich die in D-mittelost, D-nord, BELG*, LUX* und CH fast ausnahmslos auftretenden Ordnungszahlen auf -ste gebraucht: Ganz unter den Tisch fallen lässt der Landrat seinen Sechzigsten aber nicht. (Augsburger Allgemeine).
Beispielbelege
- Grundzahl
- Im kommenden Jahr wird der Fünfziger gefeiert, am liebsten mit einem Besuch in der südfranzösischen Partnerstadt Fréjus. (Schwarzwälder Bote).
- Auf die Idee kam er, als ihn Verwandte und Freunde fragten, was er sich zum Siebziger wünsche. (Salzburger Fenster).
- Morgen reist der Routinier, der am Heiligen Abend seinen Vierziger feierte, zu den nächsten drei EC-Einsätzen nach Abtenau. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten).
- Der 89-Jährige feiert in zwei Monaten seinen Neunziger. (Oberösterreichische Nachrichten).
- Im Gasthaus Boschner, Vereinsheim der Alpenblick-Schützen, feierte sie den Hunderter und hatte nicht nur Freunde und Verwandte eingeladen, sondern auch Bürgermeister, Pfarrer und ihren Hausarzt. (Oberbayerisches Volksblatt).
- Ordnungszahl
- Wahr ist leider auch, dass die deutschen Unternehmen heute noch mehrheitlich keine Mitarbeiter beschäftigen, die ihren Fünfzigsten schon gefeiert haben. (Schwäbische Zeitung).
- Irgendwann flammte die Leidenschaft dann wieder auf, und zu seinem Vierzigsten, vor dreizehn Jahren, schenkte er sich einen modernen Compound-Bogen. (Stuttgarter Zeitung).
- Viele Münchner Freunde waren auch unter den zahlreichen Gratulanten zum Neunzigsten […]. (Augsburger Allgemeine).
- Neffe Gernot war mit seiner Frau sogar aus der Schweiz angereist, um zum Hundertsten dabei zu sein. (Märkische Online Zeitung).
- Wenn er am kommenden Freitag seinen Siebzigsten im Tessin feiert, dann ist er nicht mehr Dirigent des Männerchors Salenstein. (St. Galler Tagblatt).
Karten
Frequenztabelle
| Arealkürzel |
|---|
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
| Spezielle Markierungen und Abkürzungen |
|---|
Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier. |
| Korpus und Quellen |
|---|
|
Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier. |
| Rundungsdifferenzen |
|---|
| Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%. |
| Areal | Grundzahl | Ordnungszahl |
|---|---|---|
| A-südost | 82% | 18% |
| A-west | 75% (u.S.) | 25% (u.S.) |
| A-mitte | 69% | 31% |
| D-südwest | 12% | 88% |
| D-südost | 9% | 91% |
| D-mittelwest | 7% | 93% |
| A-ost | 0% | 100% (u.S.) |
| D-nordost | 0% | 100% |
| D-nordwest | 0% | 100% |
| BELG | 0% | 100% (u.S.) |
| D-mittelost | 0% | 100% |
| LUX | 0% | 100% (u.S.) |
| CH | 0% | 100% |
| LIE | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
| STIR | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
Siehe auch
- Grundlagenartikel: Wortbildung (oder direkt Unterkapitel Substantivderivation)
- Einzelartikel: Drei / Dreier, Eins / Einser, Fünf / Fünfer, Vier / Vierer, Zwei / Zweier
- Thematisch verwandte Artikel: Bruchzahlen, Siebentel / Siebtel
Verfasst von Anna Thurner