Pluralbildung bei Fremdwörtern

Aus Variantengrammatik des Standarddeutschen
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Frequenzangaben

Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals.
sporadisch 4% und weniger
kommt (selten) vor 5%–20%
gebräuchlich 21%–50%
üblich / mehrheitlich 51%–95%
(fast) ausnahmslos 96%–100%
* unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)

Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Allgemeines zum Variantenphänomen und zur arealen Variation

Einige Substantive, die aus einer Fremdsprache ins Deutsche entlehnt wurden, haben variierende Pluralendungen. Entweder behalten sie die Pluralformen der Herkunftssprache oder sie bilden den Plural nach den Regeln des Deutschen. Dies betrifft insbesondere Entlehnungen aus dem Griechischen, Lateinischen, Italienischen, Französischen und Englischen:

Wie die Beispiele zeigen, wird bei Entlehnungen aus diesen drei Sprachen die Endung -s an Formen gehängt, die auf einen Vollvokal enden (z. B. Kommas, Kontos, Pizzas) – auch wenn dieser in der Ausgangssprache bereits den Plural markiert (z. B. Graffitis). Wird hingegen die Endung -en verwendet, so wird der Vollvokal bzw. die den Vollvokal enthaltende Silbe getilgt (z. B. Lexiken, Themen, Konten, Pizzen, nicht *Lexikonen, *Themaen usw.).<ref>Wegener, Heide (2003): Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. In: Linguistik online 16.4, S. 119–157, hier S. 131–134.</ref> Durch beide Pluralbildungsarten bleibt die Silbenzahl des Lehnworts unverändert.

Bei den als Beispiele aufgeführten Substantiven hängt es vom Sprachareal ab, welche Pluralform jeweils häufiger verwendet wird. So sind etwa in der Schweiz Entlehnungen aus dem Französischen stark vertreten, da Französisch eine der Amtssprachen ist. Dabei findet häufig die deutsche Pluralendung -e Verwendung. Für detaillierte Informationen zum arealen Gebrauch aller genannten Varianten siehe die entsprechenden Einzelartikel.

Weitere Varianten

In der Fachliteratur wird gelegentlich angegeben, dass die Pluralformen des aus dem Lateinischen entlehnten Substantivs Mensa areal unterschiedlich verwendet würden (Mensas / Mensen)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 471.</ref>. Dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden; die Form Mensen kommt überall viel häufiger vor. Auch die in Bezug auf CH gelegentlich erwähnte Pluralvariation bei den Fremdwörtern Pensum in der Bedeutung 'Umfang des Arbeitsverhältnisses' (Pensa / Pensen)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 532.</ref> und Votum in der Bedeutung 'Äusserung in einer (politischen) Versammlung' (Vota / Voten)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 803.
Bickel, Hans / Landolt, Christoph (2012): Schweizerhochdeutsch: Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 76.</ref> kann durch die Variantengrammatik nicht belegt werden; die Formen auf -en (Pensen und Voten) kommen in CH viel häufiger vor als diejenigen auf -a.

Ausserdem wird für Kapitale / Kapitalien<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 196.</ref>, Magister / Magistri<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 458.</ref>, Primi / Primusse<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 292.</ref> (Plural von Primus in der Bedeutung 'Klassenbester'), Requiems / Requien<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 304.</ref> und Unika / Unikums<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 391.</ref> gelegentlich ausgesagt, dass die beiden Pluralvarianten eine areale Variation aufweisen. Auch dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden. Ebenfalls durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden kann die Aussage, wonach der Plural der hautsächlich in Österreich verwendeten Substantive Pönale ('Strafgebühr für Fristüberschreitungen') und Primarius ('leitender Arzt; Leiter') variieren könne (Pönale / Pönalen / Pönalien<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 550.</ref>, Primarien / Primarii<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 558.</ref>). Das Gleiche gilt für die gemäss Fachliteratur in A und D auftretenden Pluralformen Rigorosa / Rigorosen<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 597.
Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 307.</ref> (Plural von Rigorosum in der Bedeutung 'mündliche Abschlussprüfung bei einem Doktoratsstudium‘), für die in CH und D vorkommenden Pluralvarianten Skripten / Skripts in der Bedeutung '(handgeschriebene oder gedruckte) Niederschrift (einer Vorlesung an einer Hochschule, eines Kurses o. Ä.)'<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 677f.</ref> sowie für das hauptsächlich in D-süd verwendete Substantiv Vesper in der Bedeutung 'Zwischenmahlzeit am Vor- oder Nachmittag', dessen Plural (abhängig vom Genus das Vesper / die Vesper) entweder Vesper oder Vespern<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 792.</ref> lauten kann.

Für die italienischen Fremdwörter Grappa, Inkasso und Salami wird in der Fachliteratur gelegentlich eine Variation bei der Pluralbildung angeführt (Grappa / Grappas / Grappe (abhängig vom Genus der Grappa / die Grappa)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 292.</ref>, Inkassi / Inkassos<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 184.
Pacolt, Ernst (1992): Ein-Sichten/Vor-Bilder. Überlegungen, Materialien zur Identität Österreichs. In: Schulheft 66, S. 104.</ref> und Salami / Salamis (abhängig vom Genus der Salami / die Salami)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 613f.</ref>). Diese kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden. Ebenso wenig belegt werden kann die in der Fachliteratur festgehaltene Pluralvariation bei den hauptsächlich in der Schweiz verwendeten Substantiven Grotto (Grotti / Grottos<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 296.</ref>) und Zucchetti resp. Zucchetto (Zucchetti / Zucchettis)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 845.</ref> sowie beim in Österreich verbreiteten Substantiv Melanzani (Melanzane / Melanzani)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 470.
Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 246.</ref>.

Des Weiteren wird in der Fachliteratur gelegentlich angegeben, dass der Plural der französischen Fremdwörter Boutique, Interieur, Parfume resp. Parfüm, Trottoir und Wag(g)on areal unterschiedlich mit -e, -(e)n oder -s verwendet werde (Boutiquen / Boutiques<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 128.</ref>, Interieure / Interieurs<ref>Wiesinger, Peter (2014): Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte. 3., aktualisierte und neuerlich erweiterte Auflage. Wien u.a.: Lit, S. 15.</ref>, Parfume / Parfums resp. Parfüme / Parfüms<ref>Wiesinger, Peter (2014): Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte. 3., aktualisierte und neuerlich erweiterte Auflage. Wien u.a.: Lit, S. 15.</ref>, Trottoire / Trottoirs<ref>Bickel, Hans / Landolt, Christoph (2012): Schweizerhochdeutsch: Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 71.</ref>, Wag(g)one / Wag(g)ons<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 807.
Duden (2017): Die deutsche Rechtschreibung. 27., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 1), S. 1201f.</ref>
). Dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden. Es ist vielmehr so, dass die Formen Boutiquen, Interieurs, Parfums resp. Parfüms, Trottoirs und Wag(g)ons überall viel häufiger vorkommen.

Darüber hinaus werden in der Fachliteratur folgende Variationen bei der Pluralbildung aus dem Französischen entlehnter Substantive angeführt: Aperitife / Aperitifs (in der Bedeutung 'geselliges Beisammensein bei Getränken und Snacks')<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 47.</ref>, Billarde / Billards<ref>Pacolt, Ernst (1992): Ein-Sichten/Vor-Bilder. Überlegungen, Materialien zur Identität Österreichs. In: Schulheft 66, S. 192.
Wiesinger, Peter (2014): Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte. 3., aktualisierte und neuerlich erweiterte Auflage. Wien u.a.: Lit, S. 15.</ref>, Defileen / Defilees<ref>Duden online (2018), Stichwort: Defilee. https://www.duden.de/rechtschreibung/Defilee.</ref>, Fassonen / Fassons<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 226.
Duden (2016): Die Grammatik. Unentbehrlich für richtiges Deutsch. 9., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 4), S. 225.
Duden online (2018), Stichwort: Fasson. https://www.duden.de/rechtschreibung/Fasson_Schnitt_Modell.
Wiesinger, Peter (2014): Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte. 3., aktualisierte und neuerlich erweiterte Auflage. Wien u.a.: Lit, S. 15.</ref>, Malaisen / Malaises (abhängig vom Genus das Malaise / die Malaise)<ref>Duden online (2018), Stichwort: Malaise. https://www.duden.de/rechtschreibung/Malaise.</ref> und Portiere / Portiers<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 551.</ref>. Dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden. Auch für das gemäss Fachliteratur in CH und D vorkommende Substantiv Löffelbiskuit sowie das für A und CH belegte Substantiv Reception können die Pluralvariationen Löffelbiskuite / Löffelbiskuits<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 452.</ref> und Receptionen / Receptions<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 578.
Bickel, Hans / Landolt, Christoph (2012): Schweizerhochdeutsch: Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 57.</ref> durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden.

Für französischstämmige Substantive auf -ment wird in der Fachliteratur gelegentlich erwähnt, dass in CH meist die Pluralformen auf -mente im Gebrauch seien, in den übrigen Arealen hingegen die Pluralvarianten auf -ments.<ref>Heuer, Walter / Flückiger, Max / Gallmann, Peter (2004): Richtiges Deutsch. Vollständige Grammatik und Rechtschreiblehre unter Berücksichtigung der aktuellen Rechtschreibreform. 26. Auflage. Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung, S. 375.</ref> Dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden. Im Fall von Bombardement<ref>Duden online (2018), Stichwort: Bombardement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Bombardement.</ref>, Etablissement<ref>Duden online (2018), Stichwort: Etablissement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Etablissement.</ref> und Reglement<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 585f.
Duden online (2018), Stichwort: Reglement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Reglement.</ref> kommen die Formen Bombardements, Etablissements und Reglemente überall viel häufiger vor. Bezüglich der Pluralbildung bei Detachement<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 169.
Duden online (2018), Stichwort: Detachement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Detachement.</ref>, Kantonnement (das fast nur in CH auftritt)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 365.
Duden online (2018), Stichwort: Kantonnement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Kantonnement.</ref>, Klassement<ref>Duden online (2018), Stichwort: Klassement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Klassement.</ref> und Signalement in der Bedeutung 'Merkmale, die ein bestimmtes Nutz- oder Haustier kennzeichnen' (in der Bedeutung 'kurze Personenbeschreibung mithilfe von charakteristischen (äusseren) Merkmalen' wird Signalement nur in CH und dort nur mit der Pluralendung -e verwendet)<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 675.
Duden online (2018), Stichwort: Signalement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Signalement.</ref> kann durch die Variantengrammatik keine Aussage gemacht werden. Beim Substantiv Departement hängt die Pluralform ebenfalls von der Bedeutung ab. In den Bedeutungen 'höchster Regierungs- und Verwaltungsbereich (auf Bundesebene), dem ein Bundesrat bzw. eine Bundesrätin als Departementschef(in) vorsteht', 'Regierungs- und Verwaltungsbereich, der einem Mitglied der Regierung untersteht' und 'Abteilung, Geschäftsbereich' ist Departement nur in CH und nur mit der Pluralendung -e im Gebrauch, die Bedeutungen 'Verwaltungsbezirk in Frankreich' und 'Fachbereich an Universitäten' sind gemeindeutsch und werden mit der Endung -s gebildet.<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 168.
Duden online (2018), Stichwort: Departement. https://www.duden.de/rechtschreibung/Departement.</ref>

Zum englischen Fremdwort Couch existieren gemäss den Angaben in der Fachliteratur die drei Pluralformen Couchen, Couches und Couchs<ref>Duden online (2018), Stichwort: Couch. https://www.duden.de/suchen/dudenonline/Couch.
Meyer, Kurt (2006): Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Frauenfeld: Huber, S. 101.</ref>, was jedoch durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden kann.

Einzelnachweise

<references />

Weiterführende Literatur

  • Duden (2016): Die Grammatik. Unentbehrlich für richtiges Deutsch. 9., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 4), S. 186ff.
  • Eisenberg, Peter (2012): Das Fremdwort im Deutschen. Berlin/New York: de Gruyter.
  • Grammis 2.0. das grammatische informationssystem des instituts für deutsche sprache (ids): Artikel Pizze, Pizzas oder Pizzen? — Plural bei Fremdwörtern (26.12.2017).
  • Köpcke, Klaus-Michael (1993): Schemata bei der Pluralbildung im Deutschen: Versuch einer kognitiven Morphologie. Tübingen: Narr (= Studien zur deutschen Grammatik 47).
  • Wegener, Heide (2003): Normprobleme bei der Pluralbildung fremder und nativer Substantive. In: Linguistik online 16.4, S. 119–157.

Siehe auch

Verfasst von Bettina Rimensberger