Genus bei Namen
Namen bzw. Eigennamen sind eine bestimmte Art von Substantiven. Zu den Eigennamen zählt man beispielsweise Personennamen und geografische Namen, aber auch Firmen- oder Produktnamen. Auch Eigennamen besitzen ein Genus, dieses ist aber oft nicht unmittelbar sichtbar, da Eigennamen häufig ohne Artikel stehen. Bei Personennamen entspricht das grammatische Geschlecht dem biologischen, hier ist das Genus festgelegt. Bei geografischen Namen, also beispielsweise Städte-, Länder- oder Flussnamen, existieren eigene Regelungen, die bei einem Großteil der geografischen Namen zur entsprechenden Genuszuordnung führen (s. unten).
Produktnamen verhalten sich ähnlich wie Fremdwörter, da sie wie diese erst in das deutsche Genussystem integriert werden müssen. Das Genus dieser Produkt- oder Markennamen wird also nach bestimmten Prinzipien zugewiesen (siehe dazu Regeln für die Genuszuweisung im Deutschen).<ref>Vgl. Duden (2016): Die Grammatik. Unentbehrlich für richtiges Deutsch. 9., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 4), S. 164ff.
Vgl. Strecker, Bruno (2017): Stadt – Land – Fluss — Zum grammatischen Geschlecht von Städte-, Länder- und Flussnamen. In: grammis 2.0. das grammatische informationssystem des instituts für deutsche sprache (ids); http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/fragen.ansicht?v_kat=&v_id=5.</ref>
Genus bei geografischen Namen
Ländernamen werden meist ohne Artikel gebraucht: Argentinien liegt in Südamerika. Wird aber beispielsweise ein Attribut verwendet, muss der Artikel stehen: Das südamerikanische Argentinien. Städtenamen und die meisten Ländernamen werden mit neutralem Genus verwendet: das beeindruckende Paris, das Belgien, das ich kenne. Daneben gibt es einige Ländernamen, die feminin sind (die Schweiz), einige, die mit maskulinem Genus gebraucht werden (der Oman), und einige, bei welchen das Genus zwischen Maskulinum und Neutrum schwankt (das Irak / der Irak, das Kosovo / der Kosovo).
Areale Unterschiede im Genus zeigen sich nur beim Ländernamen das Kosovo / der Kosovo.
Genus bei Produktnamen
Analog zu den Regeln für die Genuszuweisung bei Fremdwörtern sind auch bei Produktnamen semantische, lautliche und morphologische Faktoren bei der Genuszuweisung beteiligt. Zum einen kann also beispielsweise eine Endung zur Zuweisung eines bestimmten Genus führen (also -a für feminines Genus), zum anderen wird aber auch häufig von Oberbegriffen auf das Genus des Produktnamens geschlossen: das Tempo wegen das Taschentuch (vgl. Regeln für die Genuszuweisung im Deutschen). Häufig sind mehrere Faktoren gleichzeitig beteiligt, dies kann dann zu Varianten führen.<ref>Donalies, Elke (2008): Der, Die oder Das Nutella? Zum Genus von Produktnamen. In: Sprachreport 4/2008, S. 23–25.</ref>
Areale Unterschiede beim Genus zeigen sich beim Produktnamen Cola.
Weitere Varianten
In der Fachliteratur wird gelegentlich eine areale Variation des Genus auch bei Bluna<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 77.</ref>, Fanta<ref>Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 119.</ref> und Limo angegeben. Das kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden, es zeigt sich jedoch eine Tendenz zum neutralen Genus im südlichen Sprachraum (v. a. in D-südwest).
Einzelnachweise
<references />
Weiterführende Literatur
- Donalies, Elke (2008): Der, Die oder Das Nutella? Zum Genus von Produktnamen. In: Sprachreport 4/2008, S. 23–25.
Siehe auch
- Grundlagenartikel: Genus (oder direkt Unterkapitel Genusschwankungen: Variation des Genus bei Substantiven im Deutschen)
- Einzelartikel: Cola, Kosovo
- Thematisch verwandte Artikel: Artikelgebrauch bei Namen, Genus bei einheimischen Substantiven, Genus bei Fremdwörtern
Verfasst von Julia Engel