Taxe / Taxi: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Variantengrammatik des Standarddeutschen
Wechseln zu:Navigation, Suche
(Die Seite wurde neu angelegt: „{{Lesehilfe}} '''Taxe''' die, –; '''Taxi''' das, -s, ''Plural:'' '''Taxen''' D; '''Taxis''' {{Kapitälchen|überall}} __NOTOC__ Die Substantive ''Taxe'' und…“)
 
K (replace dead duden links)
 
Zeile 4: Zeile 4:
 
Die Substantive ''Taxe'' und ''Taxi'' und ihre Zusammensetzungen (z. B. ''Sammeltaxe'' / ''Sammeltaxi'') werden ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander verwendet. Dabei tritt ''Taxi'' im gesamten deutschsprachigen Raum häufiger auf, die Grundform ''Taxe'' im Singular hingegen nur sporadisch in {{Kapitälchen|D-mitte}} und {{Kapitälchen|D-nord}}. Auch bei der Pluralbildung ist ''Taxis'' die insgesamt häufiger verwendete Variante. Sie wird in A, STIR*, CH, {{Kapitälchen|D-süd}}, {{Kapitälchen|D-mittelost}}, {{Kapitälchen|D-nordost}}, LUX und  BELG* mehrheitlich bis ausnahmslos verwendet: ''Weil Züge und '''Taxis''' fehlen, ist es zum Teil schwer, überhaupt zum Flughafen zu kommen.'' (Thüringer Allgemeine). Nur in {{Kapitälchen|D-mittelwest}} und {{Kapitälchen|D-nordwest}}  ist daneben auch die Pluralvariante ''Taxen'' üblich, in den übrigen Arealen von D sowie in BELG* ist diese gebräuchlich, etwas seltener kommt sie auch in LUX vor: ''In diesem Fall könnten zusätzliche Flächen für '''Taxen''' und Fahrradständer eingerichtet werden, was den Bahnhofsvorplatz entlasten würde.'' (Neue Osnabrücker Zeitung).  
 
Die Substantive ''Taxe'' und ''Taxi'' und ihre Zusammensetzungen (z. B. ''Sammeltaxe'' / ''Sammeltaxi'') werden ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander verwendet. Dabei tritt ''Taxi'' im gesamten deutschsprachigen Raum häufiger auf, die Grundform ''Taxe'' im Singular hingegen nur sporadisch in {{Kapitälchen|D-mitte}} und {{Kapitälchen|D-nord}}. Auch bei der Pluralbildung ist ''Taxis'' die insgesamt häufiger verwendete Variante. Sie wird in A, STIR*, CH, {{Kapitälchen|D-süd}}, {{Kapitälchen|D-mittelost}}, {{Kapitälchen|D-nordost}}, LUX und  BELG* mehrheitlich bis ausnahmslos verwendet: ''Weil Züge und '''Taxis''' fehlen, ist es zum Teil schwer, überhaupt zum Flughafen zu kommen.'' (Thüringer Allgemeine). Nur in {{Kapitälchen|D-mittelwest}} und {{Kapitälchen|D-nordwest}}  ist daneben auch die Pluralvariante ''Taxen'' üblich, in den übrigen Arealen von D sowie in BELG* ist diese gebräuchlich, etwas seltener kommt sie auch in LUX vor: ''In diesem Fall könnten zusätzliche Flächen für '''Taxen''' und Fahrradständer eingerichtet werden, was den Bahnhofsvorplatz entlasten würde.'' (Neue Osnabrücker Zeitung).  
  
In der Fachliteratur wird ausserdem bisweilen angeführt, dass die Grundform ''Taxi'' [[Genus bei Fremdwörtern#Weitere Varianten|im Genus variiere (''das Taxi'' / ''der Taxi'')]] und dabei in CH die Variante ''der Taxi''<ref>{{Kapitälchen|Bickel}}, Hans / {{Kapitälchen|Landolt}}, Christoph (2012): ''Schweizerhochdeutsch: Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz''. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 91.<br> {{Kapitälchen|Duden}} (2015): ''Das Fremdwörterbuch.'' 11., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 5), S. 1053.<br>{{Kapitälchen|Duden online}} (2017), Stichwort: Taxi. http://www.duden.de/node/697087/revisions/1338427/view.<br>
+
In der Fachliteratur wird ausserdem bisweilen angeführt, dass die Grundform ''Taxi'' [[Genus bei Fremdwörtern#Weitere Varianten|im Genus variiere (''das Taxi'' / ''der Taxi'')]] und dabei in CH die Variante ''der Taxi''<ref>{{Kapitälchen|Bickel}}, Hans / {{Kapitälchen|Landolt}}, Christoph (2012): ''Schweizerhochdeutsch: Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz''. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 91.<br> {{Kapitälchen|Duden}} (2015): ''Das Fremdwörterbuch.'' 11., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 5), S. 1053.<br>{{Kapitälchen|Duden online}} (2017), Stichwort: Taxi. https://www.duden.de/rechtschreibung/Taxi.<br>
 
{{Kapitälchen|Meyer}}, Kurt (2006): ''Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz.'' Frauenfeld: Huber, S. 256.</ref>  Verwendung finde. Dies kann durch die [[Datenerhebung|Variantengrammatik]] nicht bestätigt werden.
 
{{Kapitälchen|Meyer}}, Kurt (2006): ''Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz.'' Frauenfeld: Huber, S. 256.</ref>  Verwendung finde. Dies kann durch die [[Datenerhebung|Variantengrammatik]] nicht bestätigt werden.
  

Aktuelle Version vom 10. Mai 2019, 11:22 Uhr


Frequenzangaben

Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals.
sporadisch 4% und weniger
kommt (selten) vor 5%–20%
gebräuchlich 21%–50%
üblich / mehrheitlich 51%–95%
(fast) ausnahmslos 96%–100%
* unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)

Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Taxe die, –; Taxi das, -s, Plural: Taxen D; Taxis überall

Die Substantive Taxe und Taxi und ihre Zusammensetzungen (z. B. Sammeltaxe / Sammeltaxi) werden ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander verwendet. Dabei tritt Taxi im gesamten deutschsprachigen Raum häufiger auf, die Grundform Taxe im Singular hingegen nur sporadisch in D-mitte und D-nord. Auch bei der Pluralbildung ist Taxis die insgesamt häufiger verwendete Variante. Sie wird in A, STIR*, CH, D-süd, D-mittelost, D-nordost, LUX und BELG* mehrheitlich bis ausnahmslos verwendet: Weil Züge und Taxis fehlen, ist es zum Teil schwer, überhaupt zum Flughafen zu kommen. (Thüringer Allgemeine). Nur in D-mittelwest und D-nordwest ist daneben auch die Pluralvariante Taxen üblich, in den übrigen Arealen von D sowie in BELG* ist diese gebräuchlich, etwas seltener kommt sie auch in LUX vor: In diesem Fall könnten zusätzliche Flächen für Taxen und Fahrradständer eingerichtet werden, was den Bahnhofsvorplatz entlasten würde. (Neue Osnabrücker Zeitung).

In der Fachliteratur wird ausserdem bisweilen angeführt, dass die Grundform Taxi im Genus variiere (das Taxi / der Taxi) und dabei in CH die Variante der Taxi[1] Verwendung finde. Dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden.

Beispielbelege

  • Taxen
    • Auch Kaufhäuser, Bäcker, Souvenirläden sowie Dienstleistungsunternehmen wie Busse, Taxen und Friseure profitieren davon. (Thüringer Allgemeine).
    • Unbekannte hatten es in der Nacht zu Sonnabend gezielt auf Elektronikgeräte in Taxen abgesehen. (Der Tagesspiegel).
    • Danach fahren noch bis zwei Uhr Anrufsammeltaxen. (Darmstädter Echo).
    • Die Funktaxen in Kiel machten gestern rund 50 Prozent mehr Umsatz. (Kieler Nachrichten).
    • Die Menschen ließen sich sogar mit Bussen und Taxen hinauffahren und ließen dann ihren Dreck zurück. (Mittelbayerische).
  • Taxis
    • Die beiden 13-Jährigen benutzten nämlich die für Stadtbusse und Taxis reservierte Fahrbahn, um schneller voranzukommen. (Südtirol Online).
    • Mit Taxis geht es ab in die Wiener Innenstadt. (Oberösterreichische Nachrichten).
    • Die neuen Ökotaxis werden in doppelter Hinsicht sparsamer sein. (Luxemburger Wort).
    • Geblieben sind die Falschparker auf der schmalen Zufahrtstraße am Europaplatz, die Desorganisation der Taxis und das fehlende Parkhaus für Fahrräder. (Der Tagesspiegel).
    • Denn die Elterntaxis sind in den Gemeinden Dottikon und Hägglingen, die sich gemeinsam fürs Projekt angemeldet haben, seit längerem ein Problem. (Aargauer Zeitung).

Karten

Frequenztabelle


Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Spezielle Markierungen und Abkürzungen
  • schraffierte Sektoren in den Karten: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • u.S. in den Frequenztabellen: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • * im Fliesstext: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • k.B.: keine Belege
  • Einzelvarianten unter 5 Belegen in einem Areal werden bei den Arealangaben oben nicht aufgeführt

Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier.

Korpus und Quellen

Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier.

Rundungsdifferenzen
Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%.
Relative Auftretenshäufigkeit von Taxen / Taxis innerhalb der einzelnen Areale
Areal Taxen Taxis
A-ost 0% 100%
A-südost 0% 100%
STIR 0% 100% (u.S.)
LIE 0% (k.B.) 0% (k.B.)
A-mitte 2% 98%
A-west 2% 98%
BELG 33% (u.S.) 67% (u.S.)
CH 3% 97%
LUX 13% 87%
D-südwest 22% 78%
D-südost 22% 78%
D-mittelost 38% 62%
D-nordost 29% 71%
D-nordwest 63% 37%
D-mittelwest 51% 49%

Einzelnachweise

  1. Bickel, Hans / Landolt, Christoph (2012): Schweizerhochdeutsch: Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 91.
    Duden (2015): Das Fremdwörterbuch. 11., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Berlin: Dudenverlag (= Band 5), S. 1053.
    Duden online (2017), Stichwort: Taxi. https://www.duden.de/rechtschreibung/Taxi.
    Meyer, Kurt (2006): Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Frauenfeld: Huber, S. 256.

Siehe auch