Entscheid / Entscheidung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Variantengrammatik des Standarddeutschen
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Die Substantive ''Entscheid'' und ''Entscheidung'' basieren beide auf dem Verb  ''entscheiden'' und werden [[Substantive auf -ung / ohne Suffix|ohne oder mit dem Suffix -''ung'']] gebildet. Die Varianten werden in den Bedeutungen 'offizieller Beschluss, von richterlicher oder amtlicher Seite ausgesprochene Entscheidung' und 'Entscheidung in einem sportlichen Wettkampf' nebeneinander verwendet.
 
Die Substantive ''Entscheid'' und ''Entscheidung'' basieren beide auf dem Verb  ''entscheiden'' und werden [[Substantive auf -ung / ohne Suffix|ohne oder mit dem Suffix -''ung'']] gebildet. Die Varianten werden in den Bedeutungen 'offizieller Beschluss, von richterlicher oder amtlicher Seite ausgesprochene Entscheidung' und 'Entscheidung in einem sportlichen Wettkampf' nebeneinander verwendet.
 
In CH kommt mehrheitlich die Variante ''Entscheid'' vor: ''Klar ist, dass die Rekurskommission ihren '''Entscheid''' am 26. Mai bekannt geben wird.'' (Aargauer Zeitung).
 
In CH kommt mehrheitlich die Variante ''Entscheid'' vor: ''Klar ist, dass die Rekurskommission ihren '''Entscheid''' am 26. Mai bekannt geben wird.'' (Aargauer Zeitung).
Etwas weniger häufig kommt ''Entscheid'' auch in LIE vor; mehrheitlich wird in dieser Sprachregion jedoch die Variante ''Entscheidung'' verwendet. Diese Variante ist auch in den übrigen Regionen des deutschsprachigen Raums (nämlich in A, STIR, D, BELG und LUX) mehrheitlich bis fast ausnahmslos in Verwendung: ''Die steuerliche Gleichbehandlung ist aber zunächst nur vorläufig, da die endgültige '''Entscheidung''' dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorbehalten ist''. (Heilbronner Stimme).  
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Etwas weniger häufig kommt ''Entscheid'' auch in LIE vor; mehrheitlich wird in diesem Areal jedoch die Variante ''Entscheidung'' verwendet. Diese Variante ist auch in den übrigen Regionen des deutschsprachigen Raums (nämlich in A, STIR, D, BELG und LUX) mehrheitlich bis fast ausnahmslos in Verwendung: ''Die steuerliche Gleichbehandlung ist aber zunächst nur vorläufig, da die endgültige '''Entscheidung''' dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorbehalten ist''. (Heilbronner Stimme).  
 
In diesen Regionen kommt die Variante ''Entscheid'' nur selten bzw. nur sporadisch vor: ''Schnell war klar, dass bei der zukunftsträchtigen Frage nur ein '''Bürgerentscheid''' als unverfälschtes Meinungsbarometer das richtige Mittel sein kann. Dieser '''Entscheid''' ist für den Gemeinderat bindend''. (Freie Presse).
 
In diesen Regionen kommt die Variante ''Entscheid'' nur selten bzw. nur sporadisch vor: ''Schnell war klar, dass bei der zukunftsträchtigen Frage nur ein '''Bürgerentscheid''' als unverfälschtes Meinungsbarometer das richtige Mittel sein kann. Dieser '''Entscheid''' ist für den Gemeinderat bindend''. (Freie Presse).
  

Aktuelle Version vom 1. März 2019, 12:47 Uhr


Frequenzangaben

Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals.
sporadisch 4% und weniger
kommt (selten) vor 5%–20%
gebräuchlich 21%–50%
üblich / mehrheitlich 51%–95%
(fast) ausnahmslos 96%–100%
* unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)

Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Entscheid der, -(e)s, -e A-südost, BELG, CH, D, LIE, STIR; Entscheidung die, –, -en überall 'offizieller Beschluss; von richterlicher oder amtlicher Seite ausgesprochene Entscheidung; Entscheidung in einem sportlichen Wettkampf'

Die Substantive Entscheid und Entscheidung basieren beide auf dem Verb entscheiden und werden ohne oder mit dem Suffix -ung gebildet. Die Varianten werden in den Bedeutungen 'offizieller Beschluss, von richterlicher oder amtlicher Seite ausgesprochene Entscheidung' und 'Entscheidung in einem sportlichen Wettkampf' nebeneinander verwendet. In CH kommt mehrheitlich die Variante Entscheid vor: Klar ist, dass die Rekurskommission ihren Entscheid am 26. Mai bekannt geben wird. (Aargauer Zeitung). Etwas weniger häufig kommt Entscheid auch in LIE vor; mehrheitlich wird in diesem Areal jedoch die Variante Entscheidung verwendet. Diese Variante ist auch in den übrigen Regionen des deutschsprachigen Raums (nämlich in A, STIR, D, BELG und LUX) mehrheitlich bis fast ausnahmslos in Verwendung: Die steuerliche Gleichbehandlung ist aber zunächst nur vorläufig, da die endgültige Entscheidung dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorbehalten ist. (Heilbronner Stimme). In diesen Regionen kommt die Variante Entscheid nur selten bzw. nur sporadisch vor: Schnell war klar, dass bei der zukunftsträchtigen Frage nur ein Bürgerentscheid als unverfälschtes Meinungsbarometer das richtige Mittel sein kann. Dieser Entscheid ist für den Gemeinderat bindend. (Freie Presse).

Diese areale Verwendung trifft nicht auf die Varianten Entscheid / Entscheidung in der Bedeutung 'Vorgang des Sichentscheidens; (Resultat einer) Wahl zwischen mehreren Alternativen' (z. B. der Entscheid / die Entscheidung, im Urlaub nach Paris zu reisen) zu. In dieser Bedeutung wird Entscheid fast ausnahmslos in CH und LIE gebraucht, in den übrigen Arealen des deutschen Sprachraums dagegen nur vereinzelt bzw. gar nicht.

Beispielbelege

  • Entscheid
    • Dazu gehört seiner Meinung nach, dass ein umkämpfter Entscheid, wenn er einmal gefallen ist, akzeptiert wird. (Liechtensteiner Vaterland).
    • Erste Entscheide seien auf Firmen- und politischer Ebene in der Waadt schon im laufenden Jahr vorgesehen. (Aargauer Zeitung).
    • Der Entscheid fiel ohne Gegenstimme, wie die Parlamentsdienste am Dienstagabend mitteilten. (Basellandschaftliche Zeitung).
    • Die Piratenpartei in Bremerhaven will das Land Bremen per Volksentscheid abschaffen. (Weser-Kurier).
    • Das Parlament nimmt jährliche Mehrkosten von rund 50000 Franken in Kauf und setzt sich über den Entscheid seiner Kommission hinweg. (Aargauer Zeitung).
  • Entscheidung
    • Nach mehreren heißen Diskussionen fiel […] im Stadtrat endgültig die Entscheidung. (Augsburger Allgemeine).
    • Spannend werde die künftige Ratsentscheidung von Bürgermeister und SPD sein. (Rheinische Post).
    • Die Entscheidung soll der Kreistag am 13. April treffen. (Thüringer Allgemeine).
    • Die Leitung der Kathedrale hatte die Gerichtsentscheidung begrüsst, den Demonstranten aber zugleich Unterstützung für ihre Anliegen signalisiert. (Basellandschaftliche Zeitung).
    • Nachdem die drei Berufsrichter der Meinung waren, ein Schuldspruch sei eine Fehlentscheidung der Laienrichter, stellte Verteidiger Gerald Ruhri sofort einen Enthaftungsantrag. (Kronen Zeitung, Steiermark und Kärnten).

Karten

Frequenztabelle


Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Spezielle Markierungen und Abkürzungen
  • schraffierte Sektoren in den Karten: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • u.S. in den Frequenztabellen: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • * im Fliesstext: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • k.B.: keine Belege
  • Einzelvarianten unter 5 Belegen in einem Areal werden bei den Arealangaben oben nicht aufgeführt

Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier.

Korpus und Quellen

Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier.

Rundungsdifferenzen
Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%.
Relative Auftretenshäufigkeit von Entscheid / Entscheidung innerhalb der einzelnen Areale
Areal Entscheid Entscheidung
LUX 2% 98%
BELG 5% 95%
STIR 5% 95%
A-ost 4% 96%
A-west 4% 96%
A-mitte 3% 97%
LIE 46% 54%
A-südost 5% 95%
D-nordwest 7% 93%
D-mittelost 5% 95%
D-mittelwest 6% 94%
D-nordost 5% 95%
D-südwest 9% 91%
D-südost 9% 91%
CH 78% 22%

Siehe auch