Bebauung / Überbauung / Verbauung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Variantengrammatik des Standarddeutschen
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(kein Unterschied)

Aktuelle Version vom 8. März 2019, 16:06 Uhr


Frequenzangaben

Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals.
sporadisch 4% und weniger
kommt (selten) vor 5%–20%
gebräuchlich 21%–50%
üblich / mehrheitlich 51%–95%
(fast) ausnahmslos 96%–100%
* unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)

Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Bebauung die, –, -en A, BELG, CH, D, LUX; Überbauung die, –, -en CH; Verbauung die, –, -en A, STIR 'Erstellen von Bauten', 'nach einem Gesamtplan erstellte Bauten'

Die Substantive Bebauung, Überbauung und Verbauung werden von den Verben bebauen, überbauen und verbauen abgeleitet (vgl. Substantivableitungen von Verbvarianten). Diese drei Substantive werden in den Bedeutungen 'Erstellen von Bauten' und 'nach einem Gesamtplan erstellte Bauten' nebeneinander verwendet. Bebauung tritt im gesamten deutschsprachigen Raum auf, insbesondere in D, LUX und BELG mehrheitlich bis ausnahmslos: Die Größe der Bebauung sei jetzt von der Stadt im Zuge der notwendigen Bauleitplanung zu regeln. (Neue Osnabrücker Zeitung). Auch in A-mitte und A-ost ist dies die mehrheitlich gebrauchte Variante, in A-südost und A-west ist sie etwas weniger üblich. Generell tritt in A ebenso wie in STIR neben Bebauung auch das Substantiv Verbauung auf. Diese Variante ist insbesondere in A-west, A-südost und STIR mehrheitlich in Verwendung: Nur an der Führung des Zufahrtsweges zur Baustelle, die die Gemeinde als Antragsteller der Verbauung eingereicht hat, scheiden sich (noch) die Geister. (Vorarlberg Online). Die Variante Überbauung ist dagegen nur in CH üblich. Hier treten die Varianten Bebauung und Verbauung nur sehr selten bzw. sporadisch auf: Angesagt ist eine Überbauung mit Eigentumswohnungen auf einem Areal von 1800 Quadratmetern. (Aargauer Zeitung).

Beispielbelege

  • Bebauung
    • So soll das Hochplateau so gestaltet werden, dass eine Bebauung mit einem Hotel und einer Aussichtsplattform umsetzbar wäre. (Rheinische Post).
    • Der Albertinaplatz schreit geradezu nach einer Bebauung. (Der Standard).
    • Bei einer geringfügigen Bebauung müssten die Hochwasserschutzanlagen vom Neckar weg nach hinten verlagert werden. (Stuttgarter Zeitung).
    • Der Stadtrat hat der weiteren Bebauung des Geländes zugestimmt. (Freie Presse).
    • Für die vier Bauplätze besteht laut Vertrag die Verpflichtung für eine Bebauung innerhalb von fünf Jahren mit einem Niedrigenergiehaus. (Vorarlberg Online).
  • Überbauung
    • In der Nacht auf Freitag hat es in einer Überbauung an der Hohmadstrasse in Thun bereits zum dritten Mal in diesem Jahr gebrannt. (Berner Zeitung).
    • Um die Auflagen der Verordnung zu erfüllen, müssen die Aussenfassaden der freitragenden Überbauung auf allen vier Seiten bis auf den Grund verlängert werden. (Die Südostschweiz).
    • Dies erstaunt ihn nicht, denn "die Lage ist optimal und zentral; zu Fuss ist man einen Katzensprung vom Bahnhof Brugg und von den Einkaufsmöglichkeiten entfernt, die Umgebung ist attraktiv und die Überbauung selber grosszügig, von hoher Qualität und Funktionalität und in einen Park eingebettet". (Aargauer Zeitung).
    • Die Gemeinde plant auf der Wiese und einer angrenzenden Parzelle eine Überbauung, um das Wohnen im Alter auch in der Gemeinde zu ermöglichen. (St. Galler Tagblatt).
    • Die Gemeinde Birrhard wächst: Zwischen Käsi- und Dorfstrasse soll eine neue Überbauung entstehen. (Aargauer Zeitung).
  • Verbauung
    • Mit misslungenen Bauten vom Kongresshaus bis zum Haus für Mozart, vom Stadion, dem Museum am Berg bis zu der Verbauung um den Bahnhof griff die Kritik längst auch auf die innerstädtische Diskussion über. (Salzburger Fenster).
    • Ein Naturverträglichkeitsgutachten sollte klären, ob eine Verbauung der Feldwiese ökologisch verträglich sei. (Niederösterreichische Nachrichten).
    • Zahlreiche Wohnprojekte wurden gestartet, darunter die Verbauung des Frachtenbahnhofs (grüne Mitte Linz), wo bereits 114 von 744 Wohnungen in Bau sind. (Oberösterreichische Nachrichten).
    • Ende Februar fällt die Jury-Entscheidung im Wettbewerb für die Verbauung des Grazer Andreas-Hofer-Platzes. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten).
    • In den kommenden vier Jahren werden jeweils eine Mio. Euro in die Verbauung investiert. (Tiroler Tageszeitung).

Karten

Frequenztabelle


Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Spezielle Markierungen und Abkürzungen
  • schraffierte Sektoren in den Karten: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • u.S. in den Frequenztabellen: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • * im Fliesstext: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • k.B.: keine Belege
  • Einzelvarianten unter 5 Belegen in einem Areal werden bei den Arealangaben oben nicht aufgeführt

Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier.

Korpus und Quellen

Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier.

Rundungsdifferenzen
Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%.
Relative Auftretenshäufigkeit von Bebauung / Überbauung / Verbauung innerhalb der einzelnen Areale
Areal Bebauung Überbauung Verbauung
LIE 0% (k.B.) 0% (k.B.) 0% (k.B.)
STIR 10% 2% 88%
LUX 100% 0% 0%
BELG 100% 0% 0%
CH 5% 91% 4%
A-ost 58% 4% 38%
A-west 31% 2% 67%
A-mitte 50% 2% 48%
A-südost 34% 0% 66%
D-nordwest 98% 2% 0%
D-nordost 98% 2% 0%
D-mittelost 97% 3% 0%
D-südost 97% 2% 1%
D-südwest 95% 4% 1%
D-mittelwest 98% 2% 0%

Siehe auch