Nackig / nackt: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 5. Dezember 2019, 15:02 Uhr
Frequenzangaben
| Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals. | |
| sporadisch | 4% und weniger |
| kommt (selten) vor | 5%–20% |
| gebräuchlich | 21%–50% |
| üblich / mehrheitlich | 51%–95% |
| (fast) ausnahmslos | 96%–100% |
| * | unter Schwellenwert (absolute Belegzahl) |
Arealkürzel
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
nackig Adj. D-nordost; nackt Adj. überall
Die Adjektivvarianten nackig und nackt werden ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander verwendet (vgl. Suffixvariation bei Adjektiven). Die Variante nackt ist insgesamt häufiger im Gebrauch, sie tritt im gesamten deutschsprachigen Raum mehrheitlich bis ausnahmslos auf: Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist und sie noch relativ nackt aussehen. (Schwäbische Zeitung). In D-nordost kommt neben der üblichen Form nackt sehr selten auch nackig vor: Und so saßen die beiden Stoffpuppen nackig auf dem Schoß einiger Schüler. (Volksstimme). Auch im restlichen D, in LUX und in A (ohne A-ost) wird diese auf -ig gebildete Variante sporadisch gebraucht.
In der Fachliteratur wird gelegentlich angegeben, dass in A und D-südost auch die auf -ert gebildete Variante nackert<ref>Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 493.
Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 256.</ref> verwendet werde. Dies kann von der Variantengrammatik nicht bestätigt werden.
Beispielbelege
- nackig
- Zu viert im Auto fuhren sie die Alleen entlang bis nach Rügen, um einmal nackig in die Ostsee zu springen und am selben Abend wieder zurück nach Berlin zu bummeln. (Der Tagesspiegel).
- Ebenso zeigt er nackige Männer, jedem Sodomiten zur Freude. (Nürnberger Nachrichten).
- Schweriner Schauspieler machen sich zum Frauentag nackig. (Schweriner Kurier).
- Schlagartig ließen Spannung und Neugier den halbgeschmückten Christbaum im Wohnzimmer und die noch nackige Gans auf dem Küchentisch vergessen. (Thüringer Allgemeine).
- Die Reviere werden so nackig gemacht, die Flächenpräsenz geht verloren. (Volksstimme).
- nackt
- Es war dunkel, wir kletterten auf Gerüste und badeten nackt im Meer. (Der Tagesspiegel).
- Nackt liegt der trojanische Priester wie ein Käfer auf dem Rücken, will wieder auf die Beine kommen und hat dabei die Schlange hinter dem Kopf gepackt. (Nürnberger Nachrichten).
- Auf der Heimfahrt habe ich erwachsene Männer nackt in der Stadt auf der Straße herumrennen sehen (Nürnberger Nachrichten).
- Die Leiche war nackt und trug lediglich Schuhe, Kleidung und die Tatwaffe wurden nicht gefunden. (Vorarlberg Online).
- Der nackte Mann mit dem Messer dominierte gestern das Tagesgespräch im Städtli Diessenhofen. (St. Galler Tagblatt).
Karten
Frequenztabelle
| Arealkürzel |
|---|
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
| Spezielle Markierungen und Abkürzungen |
|---|
Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier. |
| Korpus und Quellen |
|---|
|
Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier. |
| Rundungsdifferenzen |
|---|
| Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%. |
| Areal | nackig | nackt |
|---|---|---|
| A-ost | 0% | 100% |
| LIE | 0% | 100% (u.S.) |
| BELG | 0% | 100% |
| STIR | 0% | 100% |
| LUX | 4% | 96% |
| CH | 0% | 100% |
| A-südost | 2% | 98% |
| A-west | 4% | 96% |
| A-mitte | 3% | 97% |
| D-südwest | 2% | 98% |
| D-mittelwest | 2% | 98% |
| D-südost | 2% | 98% |
| D-mittelost | 4% | 96% |
| D-nordost | 5% | 95% |
| D-nordwest | 4% | 96% |
Einzelnachweise
<references />
Siehe auch
- Grundlagenartikel: Wortbildung (oder direkt Unterkapitel Adjektivderivation)
- Überblicksartikel: Suffixvariation bei Adjektiven
- Einzelartikel: abnorm / abnormal / anormal / unnormal, ambitioniert / ambitiös, brenzlich / brenzlig, grausig / grauslich / greislich, ident / identisch, juridisch / juristisch, kontrovers / kontroversiell, minim / minimal, neidig / neidisch, nieder / niedrig, prozentual / prozentuell, spitz / spitzig