Dazuzahlen / zuzahlen: Unterschied zwischen den Versionen
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'''dazuzahlen''' sw.V./hat {{Kapitälchen|A, D}}; '''zuzahlen''' sw.V./hat {{Kapitälchen|D}} 'eine bestimmte Summe zusätzlich zahlen' | '''dazuzahlen''' sw.V./hat {{Kapitälchen|A, D}}; '''zuzahlen''' sw.V./hat {{Kapitälchen|D}} 'eine bestimmte Summe zusätzlich zahlen' | ||
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Die Verben ''dazuzahlen'' und ''zuzahlen'' werden vom Verb ''zahlen'' [[Wortbildung#Verbderivation|abgeleitet]] (vgl. [[Verben mit unterschiedlichen Verbpartikeln]]). Beide Varianten werden in der Bedeutung 'eine bestimmte Summe zusätzlich zahlen' gebraucht. In A, STIR* und {{Kapitälchen|D-nordwest}} tritt mehrheitlich die Variante ''dazuzahlen'' auf: ''Unterstützt wird das Kleine Theater dabei auch von Stadt und Land, die 2012 80.000 beziehungsweise 55.000 Euro '''dazugezahlt''' haben.'' (Salzburger Nachrichten). In D (ohne {{Kapitälchen|D-nordwest}}) wird hingegen ''zuzahlen'' mehrheitlich verwendet, doch ist hier | Die Verben ''dazuzahlen'' und ''zuzahlen'' werden vom Verb ''zahlen'' [[Wortbildung#Verbderivation|abgeleitet]] (vgl. [[Verben mit unterschiedlichen Verbpartikeln]]). Beide Varianten werden in der Bedeutung 'eine bestimmte Summe zusätzlich zahlen' gebraucht. In A, STIR* und {{Kapitälchen|D-nordwest}} tritt mehrheitlich die Variante ''dazuzahlen'' auf: ''Unterstützt wird das Kleine Theater dabei auch von Stadt und Land, die 2012 80.000 beziehungsweise 55.000 Euro '''dazugezahlt''' haben.'' (Salzburger Nachrichten). In D (ohne {{Kapitälchen|D-nordwest}}) wird hingegen ''zuzahlen'' mehrheitlich verwendet, doch ist auch hier die Variante ''dazuzahlen'' gebräuchlich: ''500 Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr '''zuzahlen''' müssen, um die Ausgaben von knapp 3000 Euro zu finanzieren.'' (Thüringer Allgemeine). | ||
In der Fachliteratur wird vereinzelt angeführt, dass auch das Verb ''aufzahlen''<ref> {{Kapitälchen|Ammon}}, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): ''Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen.'' 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 61.<br> {{Kapitälchen|Ebner}}, Jakob (2009): ''Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch''. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 48.</ref> areal unterschiedlich gebraucht | In der Fachliteratur wird vereinzelt angeführt, dass auch das Verb ''aufzahlen''<ref> {{Kapitälchen|Ammon}}, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): ''Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen.'' 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 61.<br> {{Kapitälchen|Ebner}}, Jakob (2009): ''Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch''. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 48.</ref> areal unterschiedlich gebraucht werde. Dies kann durch die [[Datenerhebung|Variantengrammatik]] weder bestätigt noch widerlegt werden. | ||
== Beispielbelege == | == Beispielbelege == | ||
Aktuelle Version vom 22. April 2020, 10:06 Uhr
Frequenzangaben
| Die prozentualen Werte entsprechen der relativen Auftretenshäufigkeit einer Variante innerhalb eines Sprachareals. | |
| sporadisch | 4% und weniger |
| kommt (selten) vor | 5%–20% |
| gebräuchlich | 21%–50% |
| üblich / mehrheitlich | 51%–95% |
| (fast) ausnahmslos | 96%–100% |
| * | unter Schwellenwert (absolute Belegzahl) |
Arealkürzel
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
dazuzahlen sw.V./hat A, D; zuzahlen sw.V./hat D 'eine bestimmte Summe zusätzlich zahlen'
Die Verben dazuzahlen und zuzahlen werden vom Verb zahlen abgeleitet (vgl. Verben mit unterschiedlichen Verbpartikeln). Beide Varianten werden in der Bedeutung 'eine bestimmte Summe zusätzlich zahlen' gebraucht. In A, STIR* und D-nordwest tritt mehrheitlich die Variante dazuzahlen auf: Unterstützt wird das Kleine Theater dabei auch von Stadt und Land, die 2012 80.000 beziehungsweise 55.000 Euro dazugezahlt haben. (Salzburger Nachrichten). In D (ohne D-nordwest) wird hingegen zuzahlen mehrheitlich verwendet, doch ist auch hier die Variante dazuzahlen gebräuchlich: 500 Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr zuzahlen müssen, um die Ausgaben von knapp 3000 Euro zu finanzieren. (Thüringer Allgemeine).
In der Fachliteratur wird vereinzelt angeführt, dass auch das Verb aufzahlen<ref> Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 61.
Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 48.</ref> areal unterschiedlich gebraucht werde. Dies kann durch die Variantengrammatik weder bestätigt noch widerlegt werden.
Beispielbelege
- dazuzahlen
- Für die Stadt wird das Projekt jetzt etwas günstiger, da das Land Kärnten 250.000 Euro dazuzahlt. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten).
- Und die Krankenkassen sind zufrieden, weil sie nur fünf Euro pro Kurseinheit dazuzahlen müssen. (Neue Westfälische).
- Die ersten Schätzungen lagen bei 23 Euro je Quadratmeter, die jeder Anwohner des Kietzviertels dazuzahlen sollte. (Märkische Online Zeitung).
- Außerdem sei es durchaus üblich, dass der Arbeitgeber zum Kindergeld noch etwas dazuzahlt. (Der Standard).
- Am Montag wurde in der Regierungssitzung u. a. beschlossen, dass das Land ab der Pflegestufe 6 im Monat 100 Euro dazuzahlt. (Kleine Zeitung, Steiermark und Kärnten).
- zuzahlen
- Fast 100 Euro hat die Stadt Triptis auch für ihre Rathauskonzerte zugezahlt. (Thüringer Allgemeine).
- Entweder müsse man zuzahlen oder die Pflege selbst übernehmen. (Heilbronner Stimme).
- Zwei Prozent der Kosten müssen zugezahlt werden. (inFranken.de).
- In Zeiten, da Patienten für ihre medizinische Versorgung immer stärker zuzahlen müssen, wird Vorsorge attraktiv. (Märkische Online Zeitung).
- Manche Passagiere berichten, dass sie für den Zwangsaufenthalt im Urlaubsquartier zuzahlen mussten. (Hannoversche Allgemeine).
Karten
Frequenztabelle
| Arealkürzel |
|---|
|
A: Österreich
Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)
Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Kärnten, Steiermark
Wien, Niederösterreich, Burgenland BELG: Belgien
Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)
Bayern LIE: Liechtenstein |
| Spezielle Markierungen und Abkürzungen |
|---|
Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier. |
| Korpus und Quellen |
|---|
|
Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier. |
| Rundungsdifferenzen |
|---|
| Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%. |
| Areal | dazuzahlen | zuzahlen |
|---|---|---|
| A-ost | 67% (u.S.) | 33% (u.S.) |
| STIR | 100% (u.S.) | 0% |
| D-südwest | 46% | 54% |
| D-mittelost | 20% | 80% |
| A-mitte | 80% | 20% |
| D-mittelwest | 23% | 77% |
| D-nordost | 24% | 76% |
| D-südost | 41% | 59% |
| D-nordwest | 66% | 34% |
| A-südost | 91% | 9% |
| BELG | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
| LIE | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
| LUX | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
| CH | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
| A-west | 0% (k.B.) | 0% (k.B.) |
Einzelnachweise
<references />
Siehe auch
- Grundlagenartikel: Wortbildung (oder direkt Unterkapitel Verbderivation)
- Überblicksartikel: Verben mit unterschiedlichen Verbpartikeln
- Einzelartikel: abbremsen / einbremsen, abkassieren / einkassieren, abmachen / ausmachen, anhalten / aufhalten, anklingeln / durchklingeln, anmahnen / einmahnen, anstellen / einstellen, anzuckern / überzuckern, aufliegen / ausliegen, aufrüsten / nachrüsten, aufwärmen / einwärmen, ausschicken / losschicken, beifügen / hinzufügen, beiziehen / heranziehen / hinzuziehen, fortfahren / weiterfahren, fortführen / weiterführen, fortwerfen / wegwerfen, niederfahren / umfahren, niederlegen / zurücklegen, niederstossen / umstossen, überbleiben / übrigbleiben