Verhandler / Verhandlungspartner

Aus Variantengrammatik des Standarddeutschen
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Verhandler der, -s, – A, D-mittelwest, D-nordost, D-süd; Verhandlungspartner der, -s, – überall

Das Substantiv Verhandler und das zusammengesetzte Substantiv Verhandlungspartner stehen ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander (vgl. Kompositum / Nicht-Kompositum). Das Kompositum Verhandlungspartner kommt in allen Arealen des deutschsprachigen Raums vor und wird insbesondere in D, BELG*, LUX*, CH, LIE*, A-west und STIR* mehrheitlich bis fast ausnahmslos verwendet: Der Verhandlungspartner wehrte hier kräftig ab, da sich die Kosten für die Brandschutzauflagen nicht rechnen würden. (Frankenpost). In A-mitte, A-ost und A-südost ist dagegen die mit dem Suffix -ler vom Verb verhandeln abgeleitete Variante Verhandler üblich: Der Pinzgauer gilt nicht nur als zäher Verhandler, sondern auch als geeichter Polit-Profi, den man fast überall einsetzen kann. (Der Standard). Diese Variante ist daneben auch in A-west gebräuchlich und auch in D-mittelwest, D-nord und D-süd kommt sie, wenngleich sehr selten, vor.

Beispielbelege

  • Verhandler
    • Jetzt reden die Verhandler wenigstens wieder miteinander. (Der Standard).
    • Das Verhandlungsergebnis mit der 17,5-Prozenthürde und auch die Verhandler seien durch die Entscheidung brüskiert worden. (Kronen Zeitung, Steiermark und Kärnten).
    • Für die roten Verhandler ist Voraussetzung, dass die Partei die Hoheit über die Finanzmittel für die roten Gemeinden zurückbekommt. (Kurier, Niederösterreich).
    • "Es reicht", richtete die Verhandlerin der Interessensvertretung am Freitag aus. (Wiener Zeitung).
    • Sie galt und gilt als kühl berechnend und technokratisch, als harte Verhandlerin und als sehr durchsetzungsfähig. (Der Tagesspiegel).
  • Verhandlungspartner
    • Dass es dafür wie für viele andere Details keine gesetzlichen Grundlagen gebe, mit denen man die Bahn packen könne, blieb weitgehend unbeachtet wie der mühsam erarbeitete Erfolg, als Verhandlungspartner ernst genommen zu werden. (Rheinische Post).
    • In der ersten Tarifrunde im November hatten sich die Verhandlungspartner nicht geeinigt. (Freie Presse).
    • Streit aber scheint es zwischen den Verhandlungspartnern nicht zu geben. (Nordkurier).
    • Sie ist aber auch in der Lage, lange Beratungen durchzustehen und gilt als faire Verhandlungspartnerin. (Märkische Online Zeitung).
    • Sie habe sich weit über Frankfurt hinaus einen Namen als kompetente Verhandlungspartnerin gemacht. (Darmstädter Echo).

Karten

Frequenztabelle


Arealkürzel

A: Österreich

  • A-west: Westösterreich

Vorarlberg (Vbg.), Tirol (inkl. Osttirol) (Tir.), Bezirk Zell am See/"Pinzgau" (Bundesland Salzburg)

  • A-mitte: Mittelösterreich

Oberösterreich, Bundesland Salzburg (ohne
Bezirk Zell am See/"Pinzgau")

  • A-südost: Südostösterreich

Kärnten, Steiermark

  • A-ost: Ostösterreich

Wien, Niederösterreich, Burgenland

BELG: Belgien
CH: Schweiz
D: Deutschland

  • D-südwest: Südwestdeutschland

Rheinpfalz (Rheinland-Pfalz), Saarland, Baden-Württemberg

  • D-mittelwest: Mittelwestdeutschland

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (ohne Region Rheinpfalz), Hessen

  • D-nordwest: Nordwestdeutschland

Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen

  • D-nordost: Nordostdeutschland

Brandenburg (ohne Region Niederlausitz), Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, alter Bezirk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)

  • D-mittelost: Mittelostdeutschland

Sachsen, Thüringen, Region Niederlausitz (Brandenburg), alter Bezirk Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)

  • D-südost: Südostdeutschland

Bayern

LIE: Liechtenstein
LUX: Luxemburg
STIR: Südtirol

Spezielle Markierungen und Abkürzungen
  • schraffierte Sektoren in den Karten: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • u.S. in den Frequenztabellen: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • * im Fliesstext: unter Schwellenwert (absolute Belegzahl)
  • k.B.: keine Belege
  • Einzelvarianten unter 5 Belegen in einem Areal werden bei den Arealangaben oben nicht aufgeführt

Nähere Angaben zu den festgelegten Schwellenwerten finden sich hier.

Korpus und Quellen

Das untersuchte Korpus umfasst knapp 600 Mio. Wörter und enthält Texte aus 68 Zeitungen des zusammenhängenden deutschsprachigen Raums (Zeitraum: 2000-2013). Für weitere Informationen zum Korpus, zum statistischen Vorgehen sowie zu den analysierten Zeitungen siehe hier.

Rundungsdifferenzen
Es können Rundungsdifferenzen auftreten, in solchen Fällen ergibt die Summe der Prozentzahlen in einer Tabelle nicht genau 100%.
Relative Auftretenshäufigkeit von Verhandler / Verhandlungspartner innerhalb der einzelnen Areale
Areal Verhandler Verhandlungspartner
LIE 0% 100% (u.S.)
BELG 0% 100% (u.S.)
STIR 25% (u.S.) 75% (u.S.)
D-mittelost 2% 98%
LUX 17% (u.S.) 83% (u.S.)
CH 8% 92%
D-nordwest 8% 92%
D-südwest 10% 90%
D-mittelwest 8% 92%
D-südost 8% 92%
A-west 21% 79%
D-nordost 14% 86%
A-ost 75% 25%
A-mitte 70% 30%
A-südost 65% 35%

Siehe auch