Verben mit / ohne Präfix

Aus Variantengrammatik des Standarddeutschen
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Allgemeines zum Variantenphänomen

Für die Ableitung (auch: Derivation) von Verben stehen unterschiedliche Wortbildungsverfahren zur Verfügung. Ein häufig gebrauchtes Verfahren zur Bildung von Verben ist die Präfixderivation. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine Linkserweiterung durch ein Präfix (z. B. be-zahlen, er-klären).

Üblicherweise findet bei der Bildung von Präfixverben eine Modifikation, d. h. eine Veränderung der Bedeutung statt. Dies trifft aber nicht immer zu: In einigen Fällen stehen die einfachen Verben und die daraus abgeleiteten Präfixverben ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander, sie unterscheiden sich aber in ihrer arealen Verteilung. Dies ist bei den folgenden Verbvarianten der Fall: bemühen / mühen, beräumen / räumen, beschneiden / schneiden / verschneiden, degustieren / gustieren, erküren / küren, fliesen / verfliesen und siedeln / übersiedeln. Detaillierte Informationen zur arealen Variation dieser Varianten können den jeweiligen Einzelartikeln entnommen werden.

Weitere Varianten

In der Fachliteratur wird vereinzelt angeführt, dass anschlagen und veranschlagen[1] areal unterschiedlich gebraucht werden. Dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden, da die Variante veranschlagen überall viel häufiger gebraucht wird.

Darüber hinaus wird in verschiedenen Nachschlagewerken angemerkt, dass auch assanieren / sanieren[2], entlanggehen / langgehen[3], gönnen / vergönnen[4], kosten / verkosten[5] und quirlen / verquirlen[6] areal unterschiedlich gebraucht würden. Auch dies kann durch die Variantengrammatik nicht bestätigt werden.

Einzelnachweise

  1. Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 43.
  2. Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 52, 616.
    Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 445.
  3. Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 207, 438.
  4. Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 398.
  5. Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 412, 782.
    Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 399.
  6. Ammon, Ulrich u.a. (Hrsg.) (2016): Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol sowie Rumänien, Namibia und Mennonitensiedlungen. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 568, 785.

Siehe auch

Verfasst von Patrizia Sutter